MK-Motorsport BMW 318 ti Turbo. Keine Kompromisse: Mit Turbolader bekommt der 3er Compact von BMW soviel Dampf, daß er im Konzert der großen mitgeigen kann - und dies für knapp 11.000 Mark Tunning-Aufpreis.

Ein Blick unter die Haube des Compact beweist es: BMW hat Platz gelassen für gut einen Liter zusätzlichen Hubraum und 50 PS mehr Leistung. Zwischen kühler und Motor klafft eine Lücke, die beflügelnd auf die Phantasie wirkt. Hier hätten die Bayern auch einen Sechszylinder untergebracht. Bisher haben sie diesen Wunsch nicht erfüllt. MK-Motorsport im badischen Ötigheim weiß Abhilfe. MK-Chef Michael Krankenberg schenkt zwar weder Hubraum nach, noch spendiert er zusätzliche Zylinder. Dafür stechen seine Leistungsdaten sogar einen fiktiven 328i Gompact aus: 200 PS und 300 Newtonmeter Drehmoment sind angesagt.

MK-Motorsport nutzt die Lücke rechts vom Vierzylinder, um dort Krümmer und einen Turbolader unterzubringen. Das Druck-Werk stammt von Mitsubishi aus Japan: Es zeichnet sich durch zierliche Abmessungen und gutes Ansprechverhalten aus. Zudem verhindert ein integriertes Umluftventil ein Pulsen der Luftsäule beim Gaswegnehmen. Das früher turbo-typische Flap-Flap entfällt. Der Verdichter bläst die angesaugte Luft durch einen Ladeluftkühler zum Saugrohr. Maximal 0,65 bar Ladedruck -gestattet das Waste-Gate. Der Luftmassenmesser aus der Serie bleibt erhalten. Dagegen erfährt die Bosch-Motronic eine ladedwckbezogene Programmänderung.

Um den daraus abgeleiteten Schub in flotte Fahrdynamik umzusetzen, montierte MK-Motorsport Räder Im 17-Zoll-Format. Auf 6,5 Zoll breiten FeIgen sitzen vorn 215, hinten gar 245 Millimeter breite Pirelli P Zero. Damit verfügt der MK-Compact über sehr gute Traktion. Bedenken hinsichtlich unbeabsichtigter Heckschwenks beim brüsken Herausbeschleunigen aus Kurven haben allenfalls im Regen ihre Berechtigung. Ansonsten begrenzt sich das Ubersteuern, wenn man es denn grob provoziert, dank fehlender Differentialsperre von selbst. Auf entsprechende Lenkkorrekturen reagiert der MK-318 problemlos. Längsrillen lassen die schmalen Vorderreifen unbeeindruckt. Der Geradeauslauf ist gut. Auch die Abstimmung des Sportfahrwerks unterstreicht den Eindruck von Agilität und Akkuratesse. Zudem spricht es sehr bereitwillig über Bodenwellen an, was selbst entspanntes Reisen auf der Autobahn ermöglicht. eine gelungene Verbindung aus Sportsgeist und komfortbewußtsein.

Die Fahrleistungen übertreffen die eines 328i ohne Mühe. 100 km/h sind in 7,3 Sekunden erreichbar Die Differenz zwischen 60 und 160 km/h überbrückt der MK-Turbo in zügigen 20,8 Sekunden. Zusätzliches Lob an die MK Techniker: Es baut sich schon ab 3000/min spürbar Ladedruck auf. Gerade dieser -Schub aus mittleren Drehzahlen zündet die Begeisterung für das Compact-Erlebnis mit Turbo-Aufladung. Auf der Autobahn entfallen zahlreiche lästige Schaltvorgänge. Die fünfte Gangstufe paßt fast immer. Ein simpler Druck aufs Gaspedal genügt. Zudem dämpft die Turbine das Auspuffgeräusch des rauhbeinigen Vierventilers auf ein wohlverträgliches Maß. Wer hohe Drehzahlen meiden möchte, kann bei MK auch eine längere Hinterachsübersetzung ordern. Denn bei der Höchstgeschwindigkeit von wackeren 234 km/h liegen immerhin 6800/min an. Die elektronisch geregelte Drehzahl-grenze liegt bei 7000/min. Im Preis liegt der Testwagen mit rund 11.000 Mark für die Motorumrüstung und inklusive Radsatz sowie Fahrwerk noch immer unter dem eines ausgewachsenen 328i. Das Fehlen zweier Zylinder ist an gesichts des überlegenen Turboschubs ohne weiteres zu verschmerzen.

Veröffentlicht in Sport Auto 11/1996. Bildquelle: Sport Auto und MK-Motorsport.

 

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