Sport Auto Ausgabe 7/97. Text: Hans-Peter Leicht. Ein BMW Z3 1.9 der besonderen Art: Mit Turboaufladung und 210 PS Leistung erreicht das Modell von MK-Motorsport Fahrleistungen, die denen des Sechszylinder-Z3 2.8 überlegen sind.

Bildquelle: Sport Auto 7/97

Die schlechte Nachricht diesmal zuerst: Der MK Z3 Turbo kostet im vollen Ornat einer umfangreichen Grundausstattung plus der Power- und Optik-Zutaten des Tuningbetriebs stolze 89.990 DM. Damit liegt der Turbo nur knapp 1500 Mark unter dem Preis des M-Roadsters von BMW - selbst ein ab Werk ähnlich üppig ausgestatteter, 192 PS starker Z3 2.8 kommt noch rund 15.000 Mark preiswerter als der lndividual-Roadster von MK-Motorsport Chef Michael Krankenberg.

Mit der Frage nach dem potentiellen Kundenkreis bei dieser Preisgestaltung eröffnen sich die guten Nachrichten rund um den Krankenberg-Z3: Vor allem der Turbo-Kit dürfte Besitzer normaler Saug-Z3 1.9 zur Aufrüstung verlocken - für rund 12 000 Mark wird in den MK-Hallen der ab Werk 140 PS starke Vierzylinder-Vierventiler zum 210 PS starken Überflieger; der in allen Disziplinen der Fahrdynamik dem Z3 2.8 das verchromte Auspuff-Endrohr zeigt.

Der Turbolader zur Beatmung des 1,9-Liter-Vierzylin-ders stammt von Mitsubishi und kam als Zulieferteil beispielsweise beim Volvo 850 T-5 R zum Einsatz. Es handelt sich hier also um unkomplzierte Großserien-Technik, die hohe Zuverlässigkeit und problemlose Adaption an den BMW-Motor verspricht. Ein Blick in den Motorraum verrät im übrigen professionelle Arbeit der MK-Monteure von Kabelsalat keine Spur.

Dem Motor wird, bis auf den Lader-Anbau und die Anpassung der Motronik, ansonsten kein Schräubchen gekrümmt. Selbst die Verdichtung bleibt auf Serienstand, was die Verwendung von hochoktanigem Super Plus-Benzin vorschreibt - und dem möglichen Ladedruck Grenzen setzt: Der Turbo operiert mit bescheidenen 0,4 bar. Kleine Drucksache, große Wirkung: Der Turbo-Z3 hat zwar bis 3500/min etwas Mühe, in Schwung zu kommen - doch danach durcheilt er munter und mit kräftigem Antritt das Drehzahlband bis zur roten Flagge des Drehzahlbegrenzers, der den Motor bei 7000 Touren abregelt.

Jedes Hochschalten in den nächsten Gang gerät nicht nur zum Aha- sondern auch zum Ohr-Erlebnis - überschüssige Ladeluft wird beim Schaltvorgang mit lautem Zischen abgelassen. Es ist dies ein akustisches Beiwerk für ganz beachtliche Meßwerte. Von null auf 100 km/h sprintet der Z3 Turbo in 6,9 Sekunden1 bis die 200 km/h-Marke erreicht wird, vergehen lediglich 31,7 Sekunden. Im Vergleich dazu der Z3 2.8: null auf 100 km/h 7,1 Sekunden, null auf 200 km/h 37,4 Sekunden. Auch in Sachen Elastizität ist der Turbo dem Sauger drückend überlegen.

Damit sich zur Power auch das passende Outfit füge, verwendet MK-Motorsport das hauseigene, tiefergelegte Fahrwerk nebst 18 Zoll großen Leichtmetallrädern des Typs MK-2 und 225/40-Reifen an der Vorderachse sowie 245/35-Pneus hinten. Der Sport-Dress steht dem Roadster nicht nur optisch ausgesprochen gut, es erhöht auch die Fahrfreude im Umgang mit dem Auto ungemein: Die Handlichkeit leidet unter der breiten Bereifung keine Spur, zackiges Einlenken ist stets gewährleistet. Die Fahrwerksabstimmung erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten selbst auf holprigem Asphalt-überhaupt fällt der Fahrkomfort trotz der Tieferlegung erstaunlich üppig aus. Daß hier ein Breitband-Z3 unterwegs ist, merkt der Fahrer nur beim Bremsen über Längsrillen, wo die Frontpartie etwas unruhig wirkt.

Insgesamt hat Michael Krankenberg mit dem Z3 Turbo einen erfrischenden Beitrag zum Thema PowerRoadster abgeliefert, dessen hoher Preis über einen individuellen Zugriff auf die Liefermöglichkeiten von MK-Motorsport relativiert werden kann. Für das einzige dicke Minus des Testwagens ist MK schuldlos: Weil in Deutschland kein Z3 1.9 rechtzeitig verfügbar war, importierte Krankenberg den BMW aus Amerika. Mit abfallenden Teilen, Wassereinbruch in Koffer- und Innenraum sowie Klappergeräuschen aus dem Bereich der Sitzhalterung dokumentierte dieses Auto ein enormes Qualitätsgefälle zwischen den US-Modellen und den in Deutschland von BMW nachgebesserten Versionen. Hans-Peter Leicht.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe 7/97 der Sport Auto veröffenlticht. Text: Hans-Peter Leicht.

 

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